Esther Perel und die Frage, wie Vertrauen und Empathie unseren Berufsalltag bestimmen

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Esther Perel ist für mich eine der wichtigsten Inspirationsquellen, wenn es um Beziehungen und Liebe geht. Mit ihren Bestseller-Büchern Mating in Captivity und The State of Affairs, ihren TED-Talks und Podcasts baut sie nicht nur Brücken zwischen Erotik und Stabilität, sondern auch zwischen Partnerschaft und Berufsalltag. Derzeit konzipiert sie sogar einen Podcast über Beziehung am Arbeitsplatz. Doch welchen Nutzen bringt Paartherapie für Unternehmen? Und warum ist das Management von Beziehung so wichtig? Drei gute Gründe, die Verbindungen zwischen Beziehung und Beruf in den Blick zu nehmen

 

Start-Ups scheitern, weil Beziehungen scheitern

Im Podcast über Women’s creative leadership beschreibt Esther Perel, dass sie inzwischen auch Tech-Unternehmen als CRO – Chief Relationship Officer – berät. Start-Ups und andere innovative Unternehmen greifen auf Wissen aus der Paartherapie zurück, um nicht zu fehlschlagen. Erschreckend ist, dass 65% der amerikanischen Start-Ups scheitern, weil sich die Co-Gründer trennen.

Trust is no longer in the product. It is in the relationship.
— Esther Perel

Unterschiedliche Haltung in Bezug auf Risiko, Investments oder Strategien schaffen eine ausgewogene Balance und entfalten Potentiale. Wenn aber kein Kompromiss gefunden wird, entstehen Konflikte, die das gesamte Projekt ins Wanken bringen. Auch eine Studie von CB Insight bestätigt den Wert von Beziehung für das Gelingen von Geschäftsideen. Das falsche Team ist schließlich der dritthäufigste Grund, warum Neugründungen scheitern.

 

Vertrauen liegt in der Beziehung und nicht mehr im Produkt

Doch Beziehungen prägen nicht nur die erfolgreiche Zusammenarbeit im Unternehmen. Empathie und Vertrauen beeinflussen auch den Erfolg von Produkten. Esther Perel sagt dazu:

„What’s shifting in companies is that for the first time, what used to be called soft skills, is beginning to be the bottom line. Because you have a whole new economy and this economy needs communicative skills, personal abilities, empathy, teamwork, collaboration, majorly trust. If I buy an education, or a security system or a digital thing of which I don’t understand anything, trust becomes a major piece. Trust is no longer in the product. It is in the relationship. ”

Insbesondere weil Produkte immer komplexer werden, müssen Endkunden darauf vertrauen, dass die Produkte halten, was sie versprechen. Deswegen gilt, wer einer Firma nicht vertraut, kauft auch nicht deren Produkt.

Ein weiteres Beispiel: Marketing und UX Design beschäftigen sich mit der Perspektive der Konsumierenden. Welche Gefühle sollen erlebt werden? Mit welchen Bildern assoziiere ich eine Marke? Wie können sich NutzerInnen leichter durch Webseiten und Apps navigieren? Wer auf diese Fragen gute Antworten findet, wird sich auf lange Zeit von seinen Mitbewerbern unterscheiden. Empathie ist für Unternehmen also nicht nur eine Frage bezüglich des Teams. Sie entscheidet auch maßgeblich über den Erfolg eines Produkts.

 

Aus der interkulturellen Kommunikation in die Paartherapie

Schließlich geht Esther Perel auf das sogenannte Vitamin C ein: Connections, also Beziehungen und Verbindungen. Dass die richtigen Personen das eigene Potential entdecken ist auch ihre Erfahrung. Esther Perel begann im Bereich Interkultureller Kommunikation und ohne die sonst erforderlichen oder typischen Zertifikate. Heute gehört sie zu den renommiertesten Paartherapeutinnen weltweit. Dies verdankt sie auch Menschen, die an ihre Fähigkeiten geglaubt haben: „Connections. This is the way my entirely career has developed. It didn’t develop because of degrees and licenses and all these things. It’s all about relationships.”


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Dr. des. Sharon Brehm hat sich der Liebe verschrieben. Sie bietet Paartherapie in München an und spricht bei Vorträgen über glückliche Beziehungen, Work-Love-Balance und Modelle der Liebe .

Bildquelle: Ted Conference unter CC0 Lizenz